Morgens, nachdem über Nacht die Immunbotenstoffe gewirkt, die Zellerneuerung stattgefunden hat, Krankheiten abgewehrt und das Immunsystem gestärkt wurden, steigt der Cortisolspiegel (“innere Uhr”), was den Menschen zum Aufwachen bringt. Jetzt ist wieder Zeit für Aktivität, der Körper schüttet Adrenalin und Cortisol aus, die zur Bewältigung einer Aufgabe verbraucht werden.

Abends sinkt dadurch der Cortisolspiegel wieder, man wird müde, die Immunbotenstoffe steigen und verrichten ihre “Arbeit” während Sie schlafen. Entspannt und voller Energie starten Sie in den nächsten Tag und der Prozess beginnt von vorn. In dem hier beschriebenen Ablauf halten sich Anspannung und Entspannung die Waage. Ausreichende Ruhephasen gepaart mit gutem Schlaf sorgen für die entsprechende Regeneration und geben Kraft.

Anders verläuft der Prozess jedoch bei Dauerstress. Bei Dauerstress und fehlender Entspannung kann der Cortisolspiegel nicht mehr absinken, man kann nicht mehr genügend schlafen, die Immunbotenstoffe haben keine Zeit mehr während der Nacht zu “wirken” und der Stress verstärkt sich weiter durch fehlenden Schlaf. Die Sinnesverarbeitung in der REM-Schlafphase ist massiv beeinträchtigt. Irgendwann ist der Körper nicht mehr in der Lage, mit diesem dauerhaft hohen Cortisolspiegel umzugehen, es kommt zu massiven Beeinträchtigungen bis hin zu Organstörungen (Infarkt o.ä.).

Wie äußert sich das im Betroffenen?

Bei einem im Übermaß gestressten Menschen wird im Gehirn die o.g. neurobiologische Situation ausgelöst, insofern als der Informationstransfer streckenweise blockiert ist mit der Konsequenz, dass sich das Gehirn nicht mehr so schnell verschaltet wie vorher.

• Der Betroffene kommt jetzt nicht mehr in seine Kraft,
• ist antriebslos,
• die Konzentration ist geschwächt,
• er kann nicht klar denken,
• er schläft schlechter,
• hat (wandernde, diffuse) Schmerzen wie z.B. Nacken – und Schulterverspannungen,
• ist emotional instabil,
• verspürt eine innere Unruhe
• nimmt sich und seine Umwelt ( Mitmenschen) verzerrt war

Wenn Adrenalin in positive Kraft, sprich Bewältigung einer Aufgabe, umgesetzt werden kann, dann entstehen positive Stressfolgen. Die Immunbotenstoffe sorgen für ausreichend Schlaf und Entspannung. So kann Höchstleistung über einen längeren Zeitraum erbracht werden.

Konsequenz: Regeneration und Vitalisierung

Wenn Anstrengung nicht zum Ergebnis führt, ergebnislos auf hohem Niveau weitergeführt wird oder dauerhaft auf hohem Niveau ohne Abbau bleibt, wird zusätzlich Cortisol freigesetzt. Da die aktive Energie nicht positiv genutzt wird, kommt es zu keiner Energieentladung, zum Abbau der Hormone und somit zur Entspannung. Die Entspannung steht nicht mehr im richtigen Verhältnis zur Anspannung. Die Immunbotenstoffe können nachts nicht mehr richtig wirken. Symptome beginnen sich einzustellen.
Dieser Vorgang beeinflusst die synaptischen Verbindungen der Nervenbahnen. Dies führt zu Stressspeichern, die wiederum die Wahrnehmungsmöglichkeit beeinflussen.

Konsequenz: STRESS

In einer bestimmten Phase des Dauerstresses können dann sogar noch Endorphine freigesetzt werden, die bewirken, dass die betroffene Person Ihren Zustand sogar noch als angenehm empfindet. Die Stresssymptome sind nicht mehr zu übersehen. Die neuronale Verschaltung des Gehirns findet hier nicht mehr langsamer statt sondern mittlerweile fragmentiert, d.h. lückenhaft und ohne Garantie, dass die Sinneswahrnehmungen wieder synchronisiert werden. Die Wahrnehmung ist in dieser Phase massiv eingeschränkt und Schmerzen können so übergangen werden.

Konsequenz: Dauerstress mit neuronaler Fragmentierung

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